Zum Hauptinhalt wechseln

Sonnenbrand im Auto: Kann sich mein Kind hinter der Scheibe verbrennen?

Sonnenbrand im Auto: Kann sich mein Kind hinter der Scheibe verbrennen?

Elternwissen · Sonnenschutz

Kurz gesagt: Kann mein Kind hinter der Autoscheibe Sonnenbrand bekommen?

Ein klassischer Sonnenbrand ist hinter geschlossenen Autoscheiben deutlich unwahrscheinlicher als draußen, weil die Scheiben UV-B-Strahlung weitgehend abhalten. Ganz ohne UV-Belastung ist euer Kind im Auto aber nicht: Vor allem durch Seitenscheiben kann weiterhin UV-A-Strahlung auf die Haut treffen. Auf längeren Fahrten ist Sonnenschutz deshalb trotzdem sinnvoll.

Aus der Kinderarztpraxis

Dr. Claus Pflugbeil · Kinderarzt & Papa

Autoscheiben schützen besser vor Sonnenbrand, als viele Eltern denken – aber nicht vor jeder UV-Strahlung gleich gut. Gerade Kinder sitzen auf längeren Fahrten häufig direkt neben einer Seitenscheibe. Deshalb lohnt es sich, auch im Auto an Sonnenschutz zu denken.

Dr. Claus Pflugbeil, Kinderarzt bei LivaKids

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Er soll euch helfen, UV-Schutz bei Autofahrten mit Kindern besser einzuschätzen.

Warum ist Sonnenbrand im Auto eher unwahrscheinlich?

Für einen akuten Sonnenbrand spielt vor allem UV-B-Strahlung eine wichtige Rolle. Autoscheiben halten diese Strahlung weitgehend ab. Deshalb ist ein Sonnenbrand hinter einer geschlossenen Autoscheibe deutlich unwahrscheinlicher als bei direkter Sonne draußen.

Das bedeutet aber nicht, dass hinter Glas überhaupt keine UV-Strahlung mehr auf die Haut trifft. Entscheidend ist der Unterschied zwischen UV-A und UV-B.

Auf einen Blick

UV-A und UV-B: Was kommt durch die Autoscheibe?

UV-B

UV-B ist wesentlich am Sonnenbrand beteiligt und wird von Autoscheiben weitgehend abgehalten.

UV-A

UV-A kann insbesondere durch Seitenscheiben je nach Fahrzeug und Verglasung teilweise hindurchdringen.

Merksatz: Die Windschutzscheibe bietet in der Regel einen besonders guten UV-Schutz. Bei Seitenscheiben kann der Schutz vor UV-A je nach Fahrzeug unterschiedlich sein.

Warum ist UV-Schutz im Auto gerade bei Kindern wichtig?

Kinder sitzen im Auto häufig hinten und damit oft nah an einer Seitenscheibe. Auf einer längeren Fahrt kann die Sonne deshalb über längere Zeit auf dieselben Hautstellen treffen – zum Beispiel auf Gesicht, Arm, Nacken oder Bein.

Kinderhaut sollte grundsätzlich besonders sorgfältig vor intensiver UV-Strahlung geschützt werden. Auch wenn keine sichtbare Rötung entsteht, ist unnötige UV-Belastung deshalb nicht sinnvoll.

Kinderarzt-to-go

Kinderarztwissen griffbereit – wenn ihr es braucht

Wenn im Familienalltag plötzlich Fragen auftauchen, hilft es, verlässliche Informationen schnell zur Hand zu haben. Die LivaKids Kinderarzt-to-go Kartensets bündeln wichtiges Wissen für Alltag, Notfälle, Reisen und die erste Zeit mit Baby – kompakt und verständlich.

Alle Kartensets entdecken →

Was hilft beim Sonnenschutz auf langen Autofahrten?

Ihr müsst das Auto nicht komplett abdunkeln. Ein paar einfache Maßnahmen können helfen, die direkte Sonneneinstrahlung auf die Haut eures Kindes zu reduzieren.

1. Sonnenblende nutzen

Eine geeignete Sonnenblende an der Seitenscheibe reduziert direkte Sonneneinstrahlung.

2. Kleidung nutzen

Leichte Kleidung kann Arme und Beine zusätzlich vor Sonne schützen.

3. Freie Haut schützen

Gesicht, Nacken, Arme oder Beine können je nach Sitzposition Sonne abbekommen.

4. Schatten mitdenken

Wenn möglich, direkte Sonneneinstrahlung auf den Kindersitz reduzieren.

Elternteil befestigt eine Sonnenblende an der hinteren Autoscheibe neben einem Kindersitz

Was ist bei Pausen auf langen Autofahrten wichtig?

Auch bei Pausen lohnt sich Sonnenschutz. Wenn möglich, parkt ihr im Schatten und achtet darauf, dass euer Kind beim Aussteigen nicht unnötig lange in der prallen Sonne steht.

Wichtig bei Hitze

Lasst euer Kind niemals allein im geparkten Auto – auch nicht nur für kurze Zeit. Der Innenraum kann sich bei Wärme sehr schnell stark aufheizen.

Was tun, wenn die Haut nach der Autofahrt doch gerötet ist?

Ist die Haut eures Kindes gerötet oder fühlt sie sich warm an, bringt das Kind aus der Sonne und schützt die betroffenen Hautstellen vor weiterer UV-Strahlung. Kühle, feuchte Tücher können angenehm sein. Achtet außerdem darauf, dass euer Kind ausreichend trinkt.

Bei Blasen, Fieber, Kreislaufproblemen oder wenn es eurem Kind insgesamt deutlich schlecht geht, solltet ihr ärztlichen Rat einholen.

Ausführlicher erklären wir das in unserem Ratgeber: Sonnenbrand bei Kindern: Was wirklich hilft und wann ärztlicher Rat notwendig ist .

Das Wichtigste zu Sonnenschutz im Auto in Kürze

  • Ein klassischer Sonnenbrand ist hinter geschlossenen Autoscheiben deutlich unwahrscheinlicher als draußen.
  • Autoscheiben halten UV-B-Strahlung weitgehend ab.
  • UV-A kann insbesondere durch Seitenscheiben je nach Verglasung teilweise hindurchdringen.
  • Gerade bei langen Fahrten kann dieselbe Hautstelle über längere Zeit Sonne abbekommen.
  • Sonnenblenden, leichte Kleidung und Schutz exponierter Hautstellen sind deshalb sinnvoll.
  • Kinder niemals allein im geparkten Auto lassen.

Häufige Fragen zu Sonne und UV-Strahlung im Auto

Kann mein Kind im Auto Sonnenbrand bekommen?

Ein klassischer Sonnenbrand ist hinter geschlossenen Autoscheiben deutlich unwahrscheinlicher, weil UV-B-Strahlung weitgehend abgehalten wird. Trotzdem kann vor allem durch Seitenscheiben UV-A-Strahlung auf die Haut treffen.

Schützt jede Autoscheibe gleich gut vor UV-Strahlung?

Nein. Die Windschutzscheibe bietet in der Regel einen besonders guten Schutz. Bei Seitenscheiben kann der UV-A-Schutz je nach Fahrzeug und Verglasung unterschiedlich sein.

Braucht mein Kind Sonnencreme im Auto?

Das hängt von Fahrtdauer, Sonneneinstrahlung, Kleidung und Sitzposition ab. Auf längeren Fahrten mit direkter Sonne auf unbedeckten Hautstellen ist zusätzlicher Sonnenschutz sinnvoll.

Reicht eine Sonnenblende an der Seitenscheibe?

Eine Sonnenblende kann direkte Sonneneinstrahlung reduzieren. Je nach Situation können zusätzlich leichte Kleidung und Sonnenschutz für unbedeckte Hautstellen sinnvoll sein.

Ist Sonnenschutz auch nötig, wenn die Haut nicht rot wird?

Ja. Eine fehlende Rötung bedeutet nicht automatisch, dass überhaupt keine UV-Strahlung auf die Haut getroffen ist. Deshalb ist besonders bei längeren Fahrten ein vernünftiger UV-Schutz sinnvoll.

Kinderarzt-to-go

Nicht jedes Mal erst googeln.

Viele Fragen entstehen genau dann, wenn wenig Zeit und Ruhe da ist. Mit den LivaKids Kinderarzt-to-go Kartensets habt ihr wichtiges Wissen kompakt griffbereit – für Alltag, Notfälle, Reisen und die erste Zeit mit Baby.

Wählt einfach das Set oder Bundle, das zu eurer Familie passt.

Kartensets & Bundles ansehen →

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Wenn euer Kind nach Sonnen- oder Hitzeeinwirkung Blasen, Fieber, Kreislaufprobleme, auffällige Schwäche oder andere deutliche Beschwerden zeigt, holt bitte ärztlichen Rat. Bei schweren Symptomen oder einem möglichen Hitzschlag ruft bitte den Notruf 112.